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Freitag, 10. September 2010
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Bild Marketingberater Max Zorno

Zorno.de ist die Gedanken-Sammlung von Christian Rothe, Marketing-Berater:

"Bei mir finden Sie Rat und Tat in Marketingfragen.
Ich wäre erfreut, wenn ich mir mit meinen Leistungen Ihr Vertrauen erarbeiten dürfte."

Zornos Dossiers

Agentur und Auftraggeber - Szenen einer Ehe

Die Zusammenarbeit zwischen Werbeagenturen und Kunden gleicht häufig einer zerrütteten Ehe kurz vor dem Auseinanderbrechen: Man schenkt sich nicht die nötige Aufmerksamkeit, die Kommunikation ist zum Stillstand gekommen. Lebensglück ist hier wie da geschwunden, das Miteinander verkommt zur lästigen Pflicht. Die Werbefrau Nathalie Schardinger aus Wien: "In den seltensten Fällen ist der oberste Entscheider eines Unternehmens beim Briefing (sofern es so etwas gibt) und Abnahme dabei, und meistens zerreden kurzsichtige Irrlichter aus der Marketingabteilung das Momentum [die zündende Werbeidee, Ergänzung durch Zorno], um die fachlich korrekte Formulierung zu erhalten. Eine kleine Agentur kann es sich in Zeiten wie diesen nicht mehr leisten, dem Kunden zu widersprechen - zu schnell ist der Etat an eine andere, willigere und billigere, Agentur vergeben."

Wer gute Ergebnisse will, muss sich mit ganzem Herzen kümmern

Wie erschütternd! Was kann es für ein Unternehmen wichtigeres geben, als Kunden zu gewinnen? Davon hängt die Zukunft jeder Firma ab, das Management trägt die Verantwortung dafür. Warum sind die Entscheider nicht präsent, wenn übers Marketing entschieden wird? Ein Projekt versandet schnell, wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sich keiner im Unternehmen dafür interessiert. Jeder meint, sich um ein ungeliebtes Kind kümmern zu müssen, wogegen Kollegen in anderen Projekten die Aufmerksamkeit der Managements genießen. Wer rackert sich schon gerne im Halbdunklen ab, wenn die anderen im Scheinwerferlicht stehen und Karriere machen? Jeder meint, dass man sich bei Projekten im Halbdunklen nur blamieren kann: Läuft etwas schief, weiß es sofort die halbe Welt, wogegen Erfolge niemandem auffallen. Die Konsequenz: Nur keinen Fehler machen! Es wird mit äußerster Vorsicht gearbeitet, jeder sichert sich lieber doppelt ab, als einen Schritt in die richtige Richtung zu machen.

Maul halten & kuschen - zweifelhaftes Verständnis von Dienstleistung

Die Menschen lassen sich lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik verbessern.

George Bernard Shaw

Die Erwartungen mancher Firmen sind fragwürdig: Macht es wirklich Sinn, eine Agentur als Knecht anzusehen, der die Vorgaben seines Auftraggebers kritiklos umzusetzen hat? Willkommen zum Rudern auf der Marketing-Galeere: Der Auftraggeber bestimmt den Kurs, schlägt den Takt. Für den Agenturruderer gilt die Devise "Maul halten und rudern". Funktioniert er nicht wunschgemäß, wirft ihn der Kapitän über Bord. Ich halte es für unverzeihlich, keine offene Diskussion zu wollen. Herausragende Leistungen entstehen in Teamarbeit, wenn Partner mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz gemeinsam um eine gute Lösung ringen. Dazu müssen alle offen sein für Neues, bereit für Risiken, den Wunsch haben, nicht immer nur "mehr vom Selben" zu produzieren. Welch Fehler eines Auftraggebers, nicht auf das Know-how und die Meinung seines Dienstleisters zurückzugreifen. Nicht selten haben Marketingabteilungen verlernt, mit den Augen ihrer Kunden auf das eigene Unternehmen zu schauen. Wie erfrischend wäre es dann, die Sichtweise eines Externen ohne Betriebsblindheit kennen lernen zu dürfen?

Ja-Sager-Agenturen betrügen ihre Auftraggeber

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Die Einstellung der Agentur ist ebenso fragwürdig: Was wollen Sie als Unternehmen mit "Beratern" anfangen, die sich nicht trauen, Ihnen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen? Beratungsauftrag verfehlt! Mit einer Jasager-Mentalität wird jede Agentur nur zweitklassige Ergebnisse abliefern. Es grenzt an Betrug am Auftraggeber: Obwohl sie es besser könnte, liefert die Agentur Ergebnisse ab, deren Schwächen sie genau kennt.

Die Marketing-Kurtisanen

Man kann die Dinge noch anders sehen: Weil er Geld dafür bekommt, sagt der so genannte Berater etwas ganz anderes als er wirklich denkt. Allgemein nennt man dies Käuflichkeit. Von der Marketingberatung zur Prostitution ist es nur ein winziger Schritt. Die Marketinghuren sind unter uns. O tempora, o mores!

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